Password Cracking Guide 2026: Hashcat, John the Ripper und Wordlists
7. September 2026 · von Pentevo
Password Cracking ist ein Kernbestandteil jedes Penetrationstests — nach dem Erlangen von Hash-Daten aus einem Datenbankdump oder NTLM-Hashes aus einer Active Directory-Kompromittierung. Das Ziel: Klartextpasswörter aus Hashes extrahieren, um den tatsächlichen Schaden einer Kompromittierung zu demonstrieren.
Wichtiger Hinweis: Alle hier beschriebenen Techniken dürfen ausschließlich im Rahmen autorisierter Penetrationstests oder gegen eigene Systeme eingesetzt werden.
Hash-Typen identifizieren
Bevor das Cracking beginnt, muss der Hash-Typ bestimmt werden:
# hash-identifier (Kali Linux vorinstalliert)
hash-identifier
# Hashcat example hashes referenz
# hashcat --example-hashes | grep -A2 "MD5"
# Beispiel-Hashes
# MD5: 5d41402abc4b2a76b9719d911017c592
# SHA-256: 2cf24dba5fb0a30e26e83b2ac5b9e29e1b161e5c1fa7425e73043362938b9824
# bcrypt: $2b$12$abcdefghijklmnopqrstuvuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu
# NTLM: b4b9b02e6f09a9bd760f388b67351e2b
Hashcat-Hash-IDs für häufige Typen:
-m 0→ MD5-m 100→ SHA-1-m 1000→ NTLM (Windows)-m 1800→ sha512crypt (Linux /etc/shadow)-m 3200→ bcrypt-m 13100→ Kerberos 5 TGS-REP (Kerberoasting)-m 22000→ WPA-PBKDF2-PMKID+EAPOL
Hashcat: Der GPU-Standard
Installation auf Kali Linux
sudo apt install hashcat -y
# GPU-Treiber (NVIDIA CUDA oder AMD ROCm) separat installieren
hashcat -I # Installierte Geräte anzeigen
Grundlegende Hashcat-Modi
Mode 0: Dictionary Attack (Wörterbuch)
hashcat -m 0 -a 0 hashes.txt /usr/share/wordlists/rockyou.txt
# -m 0 = MD5, -a 0 = Dictionary, hashes.txt = Datei mit Hashes
Mode 3: Brute-Force / Mask Attack
# ?l = Kleinbuchstabe, ?u = Großbuchstabe, ?d = Ziffer, ?s = Sonderzeichen
hashcat -m 0 -a 3 hashes.txt ?u?l?l?l?l?l?d?d
# Alle Passwörter nach Muster: Großbuchstabe + 5 Kleinbuchstaben + 2 Ziffern
Mode 6: Hybrid (Dictionary + Mask)
hashcat -m 0 -a 6 hashes.txt rockyou.txt ?d?d?d?d
# Wort aus Liste + 4 Ziffern (häufiges Muster: password2024)
Rules: Power-User-Funktion
Rules transformieren Wörterbucheinträge automatisch:
hashcat -m 0 -a 0 hashes.txt rockyou.txt -r /usr/share/hashcat/rules/best64.rule
# best64.rule probiert 64 Variationen jedes Wortes: Großbuchstaben, Leet-Speak, Zahlen-Suffix
Eigene Rules erstellen:
# rule-datei: meine_rules.rule
$1 # fügt "1" am Ende an
$! # fügt "!" am Ende an
c # Ersten Buchstaben großschreiben
l # Alles kleinschreiben
John the Ripper
Einfachere Syntax, gut für den Einstieg und automatische Hash-Erkennung:
# Automatische Hash-Erkennung
john hashes.txt
# Mit Wordlist
john --wordlist=/usr/share/wordlists/rockyou.txt hashes.txt
# Linux /etc/shadow direkt (unshadow kombiniert passwd + shadow)
unshadow /etc/passwd /etc/shadow > unshadowed.txt
john unshadowed.txt
# Windows NTLM Hashes (aus secretsdump)
john --format=nt hashes.txt --wordlist=rockyou.txt
# Bereits gecrackte Passwörter anzeigen
john --show hashes.txt
Wordlists und Ressourcen
Standard-Wordlists (Kali Linux vorinstalliert)
ls /usr/share/wordlists/
# rockyou.txt.gz — nach Entpacken: 14 Millionen Passwörter
gunzip /usr/share/wordlists/rockyou.txt.gz
SecLists (Community-Wordlists)
sudo apt install seclists
ls /usr/share/seclists/Passwords/
# Common-Credentials/, Default-Credentials/, Leaked-Databases/
Eigene Wordlists mit CeWL generieren
CeWL crawlt eine Website und erstellt Wordlists aus den gefundenen Wörtern — ideal für unternehmens-spezifische Begriffe:
cewl https://beispielunternehmen.de -m 6 -d 2 -w unternehmens-wordlist.txt
# -m 6: Mindestwortlänge 6, -d 2: Link-Tiefe 2
Praktische Szenarien im Penetrationstest
Nach NTLM-Hash-Dump (Active Directory)
# Nach erfolgreichem secretsdump oder mimikatz
hashcat -m 1000 ntlm_hashes.txt rockyou.txt -r best64.rule
# NTLM-Hashes: Format NTLM:Hash oder Hash alleine
Nach SQL Injection Datenbankdump
# MySQL MD5-Hashes identifizieren
hashcat -m 0 mysql_hashes.txt rockyou.txt
# WordPress bcrypt Hashes
hashcat -m 3200 wp_hashes.txt rockyou.txt
# bcrypt ist SEHR langsam — GPU hilft, aber nur ~15.000 Versuche/Sek bei bcrypt-$12
Kerberoasting-Hashes (aus AD)
hashcat -m 13100 kerberoast.txt rockyou.txt -r best64.rule
Defensive Erkenntnisse
Diese Übungen zeigen, warum moderne Passwort-Policies entscheidend sind:
- bcrypt/Argon2 statt MD5/SHA: Crack-Geschwindigkeit um Faktor 10.000 reduziert
- Passwortlänge > Komplexität: 16-stellige Passphrase sicherer als
P@ssw0rd! - Passwort-Manager: Ermöglicht lange, einzigartige Passwörter für jedes System
- MFA: Macht erbeutete Passwörter nutzlos
Vertiefen Sie Ihr Verständnis für Authentifizierungssicherheit mit den Pentevo-Kursen — Thema 4 behandelt Zugriffskontrollen und Authentifizierung im CEH-Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Ist Password Cracking in Deutschland legal?
Password Cracking ist nur gegen eigene Systeme oder mit ausdrücklichem schriftlichem Auftrag (Penetrationstest-Vertrag) legal. §202a StGB (Ausspähen von Daten) stellt unbefugten Zugriff auf Zugangscodes unter Strafe. Im Penetrationstest gehört Credential-Testing zum Standard-Scope — aber immer mit Scope-Dokumentation.
Hashcat oder John the Ripper — was ist besser?
Hashcat: deutlich schneller dank GPU-Beschleunigung, umfangreichere Angriffsmodi, Industriestandard für professionelles Pentesting. John the Ripper: einfacher für Einsteiger, gut für CPU-basiertes Cracking, automatische Hash-Identifikation. Im professionellen Einsatz: Hashcat.
Welche Wordlist ist die beste?
RockYou.txt (14 Millionen Passwörter, aus echtem Datenleck 2009) ist der Standard-Einstieg. SecLists (GitHub) enthält thematische Listen. Für professionelles Pentesting: rockyou-derived Listen + eigene Listen mit Unternehmens-spezifischen Begriffen.
Wie lange dauert es, ein Passwort zu knacken?
Kommt auf Hash-Typ, GPU und Komplexität an. MD5 mit GPU: Milliarden Versuche/Sekunde — 8-stellige Passwörter in Sekunden. bcrypt mit Kostenfaktor 12: wenige tausend Versuche/Sekunde — sichere Passwörter kaum angreifbar. Das ist warum bcrypt/Argon2 für Passwort-Hashes Pflicht sind.
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